Weinklassifizierung

Das deutsche Weinrecht stuft den Wein in verschiedene Qualitätsstufen ein, die man zwar schon oft gehört hat, aber manchmal auch nicht genau weiss, was sie bedeuten.




Mostgewicht

Einer der Paramter der Klassifizierung der Weine ist das Mostgewicht (oder auch Zuckergehalt) im unvergorenen Most. Es wird in Deutschland üblicherweise in 'Grad Öchsle' angegeben. International sind jedoch auch andere Einheiten üblich.

Mehr Infos und die Umrechnungen



die amtlichen deutschen Qualitätsstufen

Die Grundlage für eine Einstufung im Qualitätsweinbereich ist die amtliche Prüfung, die für Gengenbach das Badische Weinbauinstitut in Freiburg vornimmt. Wenn hier die Herbst- und Kellerbücher stimmen, bei der chemischen Untersuchung kein Frostschutzmittel gefunden wird und auch sensorisch die Qualität stimmt, bekommt der Wein die sog. 'Amtliche Prüfnummer' A.PNr., die auf jedem Etikett vermerkt ist


Tafelwein / Landwein Einfachste Qualitätsstufe; deutscher Tafelwein muss aus deutschen Trauben zugelassener Rebflächen und Rebsorten stammen. Der natürliche Mindestalkoholgehalt eines Tafelweines muß in Deutschland 5% vol. (= Mostgewicht 44 Grad Oechsle). Tafelweine erhalten keine amtliche Prüfnummer.
Landwein darf in den Geschmacksrichtungen "trocken" und "halbtrocken" angeboten werden.
Qualitätswein Muss amtlich geprüft werden. Man unterscheidet zwei Gruppen: den "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete" (QbA), dessen Most - vor der Gärung - mit Zucker angereichert werden darf, und den "Qualitätswein mit Prädikat", bei dem Anreicherung nicht erlaubt ist.
Kabinett Prädikat für die erste Stufe von Qualitätsweinen mit Prädikat. Für sie dürfen nur voll ausgereifte Weintrauben verwendet werden . Das Mindestmostgewicht liegt zwischen 70° und 81° Öchsle, je nach Rebsorte.
Spätlese Wie der Name schon sagt, erntet man diese Weine in einer späteren Lese in vollreifem Zustand. Gesetzliche Mindestanforderungen schreiben in Baden 85 Grad Oechsle vor. Trocken oder süß ausgebaute Spätlesen zeichnen sich durch Rasse, Eleganz und eine enorme Geschmacksfülle aus. Hierfür am besten geeignet sind spätreife Sorten, wie Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder. Gute Spätlesen entwickeln sich am besten nach fünf bis zehn Jahren.
Auslese Dritte Gütestufe der deutschen Prädikatsweine; hierfür müssen kranke und unreife Beeren aussortiert werden. Der natürliche Zuckergehalt des Mostes beträgt in Baden mindestens 98 Grad Oechsle. In der Regel behalten die durchgegorenen Weine eine minimale edle Restsüße, es gibt aber auch trockene Auslesen.
Beerenauslese Wird aus überreifen und edelfaulen Beeren gewonnen, deren Saft in Baden einen natürlichen Zuckergehalt von mindestens 124 Grad Oechsle aufweist. Typisch für eine Beerenauslese ist die Farbe, die oft schon bei jungen Weinen wie Bernstein aussieht.
Trockenbeerenauslese Weine, die aus eingeschrumpften, edelfaulen Beeren gekeltert werden. In Baden muß das Mindestmostgewicht 150 Grad Oechsle betragen.
Eiswein Hierfür werden die Trauben unter minus 7°C gelesen. Das Wasser in den Beeren muss auch beim Keltern gefroren sein; dadurch kann es nicht abfließen, aus der Presse läuft ein extraktreiches Fruchtkonzentrat. Die Trauben für die Eisweinlese müssen mindestens das Mostgewicht einer Beerenauslese aufweisen.



Internationale Qualitätsstufen


Im Ausland gibt es natürlich andere Bezeichnungen für die Qlitätsstufen. Hier einige Beispiele:

Spanien Qualitätsstufen sind in Spanien in aufsteigender Reihenfolge:
  • vino de messaTafelwein
  • vino de la tierraLandwein
  • DO denominación de origien Weine mit Herkunftsbezeichnung
  • DOCa denominación de origien calificada Weine garantierter Herkunft
  • Italien Auch Italien versucht sich EU-Konform zu geben. Die Qualitätseinstufungen findet auf dem Flaschenhals:
  • VDTVino da Tavola
    Tafelwein Überwiegend einfache Weine. Aber nicht wenige Spitzenweine sind in Italien Tafelweine, sofern sie neue Weine sind (neuer Mischsatz oder neues Ausbauverfahren) und deshalb keinen DOC-Status haben.
  • ITG Inicazione Geografica Tipica
    Der Wein muß aus dem festgelegten Gebiet (Großlage) sein, aus zugelassenen Rebsorten und er muß bestimmten qualitativen Kriterien entsprechen. Festgelegt sind z.B. der maximale Hektarertrag und der Mindestalkoholgehalt. Bei der IGT ist das Gebiet stets größer und die qualitativen Anforderungen geringer als bei den DOC-Weinen der Region.
  • DOC Denominazione di Origine Controllata
    Kontrollierte Herkunftsbezeichnung, entspricht dem deutschen QbA. Für jeden DOC-Wein sind amtlich festgelegt: Das Anbaugebiet, die Rebsorten, der maximale Hektarertrag, die maximale Mostausbeute, Produktionsmethoden, die Mindestlagerzeit, der Mindestalkoholgehalt, der Mindestsäuregehalt, die typischen Farb-, Geruchs- und Geschmacksmerkmale.
  • DOCGDenominazione di Origine Controllata e Garantita
    Kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung. DOCG ist ein Prädikat für Weine höchster Qualität. Die Anforderungen an Anbau und Herstellung sind gegenüber den DOC-Weinen verschärft und werden durch eine staatliche Kommision überprüft und garantiert.
  • Hierzu kommen noch regionale Einstufungen, wie z.B. 'Gallo Nero'(beim Chianti) oder 'Classico' und zusätzliche Hinweise auf den Ausbau, wie z.B 'Riserva' (deutlich länger gelagert) oder 'Superiore' (ausgesuchtes Lesegut daduch höherer Alkoholgehalt) .
  • Frankreich
  • Vin de table Tafelwein
    Es können Weine aus allen Anbaugebieten bzw. aus einem EG-Land verschnitten werden.
  • Vin de pays Landwein
    Aus Edelrebsorten gewonnener Wein aus einer Produktionszone. Er darf nur mit Weinen derselben Produktionszone verschnitten werden.
  • V.D.Q.S. Vin Délimité de Qualité Supérieure
    Weine von höherer Qualität als die Landweine. Sie stammen aus einem begrenzten Anbaugebiet und die Zusammensetzung der Rebsorten wird sorgfältig geprüft. Es gelten Mindestalkoholgehalt und Begrenzung des Hektarertrages. Anbaumethoden und Weinzubereitung werden kontrolliert.
  • A.C. bzw. A.O.C.Appelation Contrôllée oder Appelation d´Origine Contrôllée
    Höchster Qualitätsstandard französischer Weine. Kontrollierte und garantierte Herkunft in Verbindung mit einer strengen Kontrolle des Weinbaugebiets, der Zusammensetzung der Rebsorten und der Produktion. Höchstertrag und Mindestalkoholgehalt sind festgelegt. Das O in der Wortverbindung A.O.C wird durch die Region, das Gebiet oder eine Gemeinde ersetzt (z.B. Appelation Bordeaux Contrôllée)
  • Bordeaux-Weine
    Bordeaux-Weine werden in zwei Hauptkategorien unterteilt: Das Güteclassement (Premier Crus, Grand Crus, Crus Exceptionnel, Crus Bourgeois, Bordeaux Superieur)und die Anbaugebiete (Medoc, Graves, Pomerol, St.Emillion, Sauternes).
  • Österreich
  • Tafel- u. Landwein
    Wird aus Trauben erzeugt, die Mindestreife von 13° KMW
  • Qualitäts- u. Kabinettwein
    Die Trauben müssen aus einzigem Weinbaugebiet stammen, u. Qualitätsweinrebsorten sein. Mindestzuckergradation im Most muss 15° KMW betragen. Außerdem muss dieser amtlich geprüfte Wein (am 'Q' auf dem Ettikett zu erkennen) harmonisch, fehlerfrei, sortentypisch sein. Kabinettweine müssen zudem ein Mostgewicht von 17° - 19° KMW haben und dürfen aufgezuckert werden.
  • Prädikatswein
    HIer unterscheidet man in Österreich: Spätlese / Auslese / Eiswein / Beerenauslese / Trockenbeerenauslese / Ausbruch- / sowie Strohwein u. Bergwein. Vorraussetzungen für die Einstufungen sind ähnlich der Deutschen.