Badische Wein- und Traubensorten

Hier werden die wichtigsten badischen Wein- bzw. Traubensorten vorgestelt:



Die Hauprsorten: Die Edelsorten:
Müller-Thurgau
Blauer Spätburgunder
Ruländer
Riesling
Gewürtstraminer,
Traminer (Clevner),
Scheurebe,
Weißburgunder
Chardonay


die Traube "Blauer Spätburgunder":

Wie der Riesling bei den Weißweinsorten, so wird der Blaue Spätburgundertraube (Pinot Noir (F)) bei den roten in den nördlichen Anbaugebieten als die edelste Traube angesehen. In Baden wird er in allen Bereichen angebaut, Schwerpunkte sind Bodensee, Tuniberg und Ortenau. Seine Ansprüche sind hoch, nur in guten und besten Lagen liefert er auch befriedigende Qualitäten.
Aus dieser Traube werden unterschiedliche Weine hergestelt:

  • Spätburgunder Rotwein
    Dieser Wein braucht im gemäßigten Klima Zeit zur Reife, bringt jedoch in guten Jahren herausragende Weine mit Kraft und Fülle hervor. Besitzt eine große Lagerfähigkeit.
  • Spätburgunder Weißherbst
    Es ist alte badische Tradition, dass aus Spätburgunder über die Hellkelterung auch Weißherbste erzeugt werden. Seit einigen Jahren ist man bemüht, durch die Verwendung von nicht ganz durchgefärbten, aber gesunden Trauben einen Rosé zu erzeugen, der sich besonders als Essensbegleiter empfiehlt.
  • Spätburgunder Rosé, Ein Rosé, entsteht aus Rotweintrauben durch frühzeitiges Abpressen von der Maische (Weißkelterung), so daß kaum Farbstoff aus den Beerenhäuten in den Most gelangt; da dasselbe für die Gerbstoffe gilt, sind diese Weine besonders magenschonend. Aber nicht jeder Roséwein darf als Weißherbst bezeichnet werden. Nur rebsortenreine Qualitätsweine dürfen als W. verkauft werden.


  • die Traube "Müller-Thurgau":

    Der Müller-Thurgau wird heute zu den Standardsorten gerechnet, obwohl er erst vor etwa 100 Jahren aus einer Kreuzung entstanden ist. Seine geringen Ansprüche an Boden und Lage, seine Ertragssicherheit und seine Fähigkeit, auch in weniger guten Lagen noch annehmbare Qualitäten zu bringen, sind die Ursachen für seine weite Verbreitung.
  • Normal ausgebaut liefert die Traube den süffigen und sehr fruchtigen "Müller-Thurgau".
  • Jung ausgebaut wird der Wein leicht und spritzig und wird "Rivaner" genannt.


  • der Riesling:

    Er ist eine der ältesten Traubensorten und vielleicht die einzige, die in Deutschland selbst entstanden ist. In Baden ist er seit langem heimisch und schon sehr früh hat sich in der Ortenau das Synonym "Klingelberger" eingebürgert. Der Riesling lebt von seinem fruchtigen, über die Massen nuancenreichen Bukett, seiner prickelnden Lebendigkeit und der rassigen, manchmal schon stahligen Säure. In Baden ist der Riesling vor allem in der Ortenau zu finden. Hier haben sich zwei sensorisch unterschiedliche Typen ausgebildet, der gradlinige, etwas strenge und säurebetonte Typ des Baden-Badener Reblandes und der verspielte, von Pfirsicharomen geprägte, eher milde Typ des "Klingelbergers" im Rench- und Kinzigtal, wozu auch die Weine von Durbach gezählt werden können.

    die Traube "Ruländer":

    Man vermutet, daß die Ruländer-Traube (Pinot Grigio (I), Pinot Gris (F), Tokayer (Elsass), Malvoisie(CH)) aus einer Mutation des Spätburgunders hervorgegangen ist. Die Weine dieser Traube finden in Baden Ausdruck in zwei verschiedenen Charaktertypen:
  • Ruländer
    Diese Wein-Sorte gilt schon seit langem als typische badische Spezialität. Sein Geschmacksbild stand lange Zeit stellvertretend für den badischen Weißwein und hat durch seine kräftige Art die Vorstellung des "schweren" badischen Weines geschaffen. Die meist restsüßehaltigen Weine präsentieren sich gerade auch im edelsüßen Bereich (Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese)
  • Grauburgunder
    Aus gesunden und reifen Trauben werden in Baden Weine unter der Bezeichnung Grauburgunder erzeugt. Sie sind nur in der 0,75-Literflasche und ausschließlich als trockene Weine erhältlich. Der Charakter dieser Weine unterscheidet sich eindeutig vom Ruländertyp, zeigt sogar mehr Ähnlichkeit mit der Art des Weißburgunders: elegant, fruchtig, mit strukturierender, nicht zu vordergründiger Säure.


  • der Weißburgunder:

    Er ist der "hellste" Burgunder: Grünlichgelb, im Gegensatz zum Goldgelb des Ruländers. Bei guter Reife kommt eine wunderschöne fruchtige Note zum Vorschein, die den Eindruck von Eleganz und Rasse vermittelt. Ursache für den meist trockenen Ausbau dieser Weine ist ihr dezentes Aroma mit nicht zu kräftigem Körper und ihre reife Säure. Sie präsentieren sich meist leichter und rassiger bzw. säurebetonter als die Weine des Ruländer oder Grauburgunders


    der Gewürztraminer/der Traminer (Cevner)

    Keine Einigkeit herrscht unter Fachleuten darüber, ob die beiden nun zwei verschiedene Rebsorten darstellen oder die eine nur eine Selektion aus der anderen ist. Äußerlich sind sie nämlich nicht voneinander zu unterscheiden. Beiden eigen ist ein hoher Gehalt an Extrakt und Alkohol und geringe Säure.
  • Der Gewürztraminer: Eine sehr hochstehende Qualitätssorte dieses Klimaraumes. Sie zählt zu den ältesten Kulturebsorten unserer Heimat. Nur die absolut wärmsten Südlagen sind für den Anbau dieser sehr anspruchsvollen Sorte geeignet. Die Weine haben ein intensives Bukett, welches an Rosen, blühende Reben und Litschi erinnert. Das Weinaroma ist von unvergleichlicher Würzigkeit. Die Weine sind fast immer Edelkreszenzen und als Aperitifs oder Dessertweine geeignet. Trockene Gewürztraminer passen hervorragend zu Edelschimmelkäsen.
  • Der Traminer (Clevner): Eng verwandt mit dem Gewürztraminer, in der Ortenau wird er auch "Clevner" genannt. Das feine, in viele Nuancen gegliederte, kräftige Bukett der Traminerweine zeigt einen leichten Rauchton, einen Hauch von Gewürznelke und erinnert ansonsten an das Bukett des Gewürztraminers - allerdings nicht so deutlich ausgeprägt. Geschmacklich dominieren Reife, Dichte und milde Säure.


  • die Scheurebe:

    Er ist eine der ältesten Traubensorten und vielleicht die einzige, die in Deutschland selDie Sorte wurde 1916 von Georg Scheu in Alzey durch Kreuzung der beiden Sorten Silvaner und Riesling gezüchtet. Eine sehr wertvolle Qualitätssorte, die nur für beste Lagen zu empfehlen ist, geeignet zur Erzeugung von Prädikatsweinen. Die Weine haben ein hochfeines, leicht nach Johannisbeeren duftendes Bukett jund eine rieslingähnliche Säure.


    der Chardonnay:

    Ebenfalls eine Spielart des Weißburgunders und in der Fachwelt international sehr anerkannt und verbreitet, steht die Sorte erst seit jüngster Zeit im badischen Anbau. Derzeit vor allem am Kaiserstuhl (22 ha) und im Markgräflerland (20 ha). Im Vergleich zu ihren Kollegen aus Australien, Kalifornien, Frankreich u.a. sind die badischen Chardonnays sehr nuancenreich und von leichterem, duftigerem Charakter.