Die Trinktemperatur

Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen.
...auch wenn er aus der Tiefkühltruhe oder gar aus dem Mikrowelle kommt ?



Die Ideale Trinktemperatur - gibt es die überhaupt ?
Klar, über dieses Thema wird viel diskutiert, aber obwohl schon weinige Grade viel ausmachen können, darf man nicht päpstlicher als der Papst sein. Viel alte Regeln haben sich auch selbst überholt. So stammt die Weisheit, den Rotwein bei Zimmertemperatur zu trinken, noch aus Großvaters Zeiten, wo man froh war, wenn der Ofen einen Raum auf 18 Grad brachte.

Faustregeln für die richtige Temperatur:
5-9 Grad Praktisch alle Sekte, Champagner
7-10 Grad Leichte, säurereiche Weine, Alltagsweine, trockene Weine, helle Sherrys und Portweine
10-12 Grad Bukettreiche, gehaltvolle Spät- und Auslesen, milde, fruchtige Weine im Sommer.
12-14 Grad Edelsüße Trockenbeerenauslesen, einfache rote Alltagsweine.
16-18 Grad Schwere, gehaltvolle Weine, Amontillado u. Oloroso Sherry, Roter Port.
Bis 20 Grad Limit für die Besten

Wie man temperiert:
Wenn möglich langsam. Weine rechtzeitig aus dem Keller holen und im Zimmer (Rote) bzw. im Kühlschrank (Weiße) auf Temperatur bringen. Wenn nötig, darf’s ein Bad in warmem Wasser oder im Eiswasser sein. Rabiatere Methoden bitte meiden.
Wie man kühl hält:
Auf der Terrasse ist ein (voher gut gewässerter) Tonkühler eine schöne Sache. Effektiver sind flexible Kühlbandagen ganz ähnlich denen, die Sportler bei Verletzungen benutzen. Die gibt’s auch speziell geformt für Weinflaschen. Einfach aus der Kühltruhe und um die Flasche
Wie man die Temperatur misst:
Klassisch mit einem speziellen Weinthermometer, das mit seiner Messspitze in den Wein hineinragt. Sehr genau! Einfacher mit einem Manschetten-Thermometer, das um die Flasche gelegt wird. Weniger genau. Reicht aber für den Hausgebrauch.